{"id":194,"date":"2025-12-06T10:07:42","date_gmt":"2025-12-06T10:07:42","guid":{"rendered":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=194"},"modified":"2026-05-29T20:48:48","modified_gmt":"2026-05-29T20:48:48","slug":"einige-thesen-wider-den-zeitgeist","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=194","title":{"rendered":"Einige Thesen wider den Zeitgeist"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Bewusst zu leben bedeutet, wenigstens grundlegend wissen zu wollen, was aus dem eigenen Denken, Sprechen und Handeln jeweils folgt und das vorhandene diesbez\u00fcgliche Wissen und Ahnen bei den eigenen Absichten und Handlungen tats\u00e4chlich zu ber\u00fccksichtigen. Die F\u00e4higkeit dazu w\u00e4chst mit der H\u00e4ufigkeit und Konsequenz, mit der wir Vermutung, Erfahrung und Wissen so umf\u00e4nglich und aufrichtig wie m\u00f6glich integrieren. Aus dieser Integration kann im Laufe des Lebens Weisheit, d.h. die richtige Mischung aus Entdeckerfreude und Selbstbeschr\u00e4nkung erwachsen, die m.E. unsere h\u00f6chste Lebens-Leistung darstellt. Weisheit wird dann auch unser praktisches Verhalten angemessen steuern und uns erst wirklich erm\u00f6glichen, die Verantwortung f\u00fcr uns selbst und unsere Welt &#8211; soweit eben menschenm\u00f6glich &#8211; zu \u00fcbernehmen. Darauf sollten wir wenigstens perspektivisch in unseren Bildungssystemen immer wieder hinweisen und auch ganz bewusst so klar wie m\u00f6glich die Grundlagen daf\u00fcr legen, indem z.B. ein Pflicht- und Hauptfach \u201eGrundlagen sozialer Erfahrungsauswertung\u201c oder auch \u201eWie geht man richtig mit eigenen und fremden Gedanken, Emotionen, Energien und Handlungen um?\u201c angeboten wird. Dem liegt dann nicht eine weltfremde oder \u00fcberwertige philosophische Idee, sondern die einfache und immer wieder best\u00e4tigte Erfahrung zugrunde, dass unser Umgang miteinander sehr weitgehend unser Schicksal bestimmt. Diesem Umstand tragen aber unsere Bildungssysteme (auf allen Ebenen und ziemlich offensichtlich) bislang nur ungen\u00fcgend Rechnung. F\u00fcr den Erfolg einer Lebensschulung dieser Art ist entscheidend, dass dabei nicht Ideologien, sondern die Vielfalt der wissenschaftlichen Methoden und die ganze Bandbreite verschiedener Sichtweisen mit vielen praktischen \u00dcbungen so weit wie m\u00f6glich \u201eweltanschaungs-neutral\u201c, d.h. aus allen Blickwinkeln, vermittelt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>2.  Ein leider weit verbreiteter Irrtum, gerade auch in der Politik (auf vielen Ebenen) ist die Vorstellung, dass Mittel und Zweck unabh\u00e4ngig von einander seien oder dass der \u201eZweck die Mittel heiligen\u201c k\u00f6nne. <strong>Das ist beides definitiv falsch! <\/strong>Dieser Irrtum erzeugt regelm\u00e4\u00dfig irritierende Verhaltensweisen und ist dar\u00fcber hinaus auch zu einem gro\u00dfen Teil f\u00fcr den schlechten Leumund der Politik in breiten Bev\u00f6lkerungsschichten verantwortlich. <strong>Es gilt <\/strong>vielmehr<strong>, dass Mittel bzw. Werkzeug den Zweck (und damit auch das Ziel) und den Erfolg der Handlung formt! <\/strong>Das ist offenbar so etwas wie ein Gesetz dieser Sch\u00f6pfung und wird von uns allzu oft \u2013 \u00fcbrigens sehr h\u00e4ufig mit katastrophalen Folgen \u2013 vernachl\u00e4ssigt, unter anderem besonders krass bei dem, was wir unter \u201eGeheimdienstarbeit\u201c und \u201emilit\u00e4rischer Reaktion bzw. milit\u00e4rischer Rechtsprechung\u201c verstehen. Dabei ist so offensichtlich, dass man nicht mit verleumderischen Unterstellungen, mit angstvoll vorgehaltener Waffe, mit gro\u00dfem Mi\u00dftrauen oder gar t\u00f6dlicher Aggression echte Freunde gewinnen kann. Das Ergebnis einer Handlung wird immer sehr wesentlich von dem Mittel\/Werkzeug bestimmt, das wir dabei einsetzen \u2013 und daran f\u00fchrt weder auf gro\u00dfen noch auf kleinen Skalen ein Weg vorbei! Wenn wir uns dessen stets bewusst w\u00e4ren und dies Gesetz wirklich beachten w\u00fcrden, ginge es uns allen viel besser. Denn wenn Jedem von vorneherein klar w\u00e4re, dass z.B. auch untergr\u00fcndig aggressive Mittel in aller Regel nur Angst und Gegenaggression erzeugen und niemals wahrhaften Frieden, dann w\u00fcrde gewiss viel Unheil gar nicht erst entstehen\u2026.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>3. Die meisten Menschen wollen gl\u00fccklich sein und friedlich leben, ber\u00fccksichtigen dabei aber oft nicht oder nicht hinreichend, dass Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck keine \u201ePrivatsachen\u201c sind. Menschenschicksale sind natur-gesetzm\u00e4\u00dfig miteinander verwoben. Zwar gilt auch: \u201ewas dem einen \u201esin Uhl is dem andern sin Nachtigall\u201c &#8211; das betrifft jedoch vor allem die verschiedenen Sichtweisen auf die Dinge. Prinzipiell gilt jedoch in Bezug auf Absichten und Verwirklichungen : <strong>Wenn jemand einen anderen Menschen gl\u00fccklich oder ungl\u00fccklich macht\/machen will, hat das auch entsprechende Folgen f\u00fcr ihn selbst.<\/strong> Viele von uns denken, dass dies nur ein \u201efrommer Wunsch\u201c bzw. eine \u201eGutmenschen-Idee\u201c sei, aber dem ist meiner Erfahrung nach nicht so, sondern die Folgen sind tats\u00e4chlich nur oft nicht sogleich zu sp\u00fcren. Der Zusammenhang zeigt sich auch sp\u00e4ter oft nicht als 1-zu-1-Zuordnung, d.h. dass Handlung und Reaktion nicht notwendig eine \u00e4hnliche Form haben m\u00fcssen. Vielmehr kann n\u00e4mlich eine innere oder \u00e4u\u00dfere Verletzung (und ihre karmische Folge) auf ziemlich verschiedenen Wegen zugef\u00fcgt und \u2026 sp\u00e4ter auch in einem scheinbar ganz anderen Zusammenhang geheilt werden \u2013 und trotzdem einen wesentlichen Bezug zu der alten Verletzung aufweisen. Meiner Beobachtung nach geht es der Sch\u00f6pfung dabei nicht so sehr um Ausgleich im Sinne von \u201eZahn f\u00fcr Zahn\u201c, als vielmehr darum, dass eine Wahrheit \/ ein Geschehen als \u201eganzheitlich komplex\u201c verstanden und deshalb von mehreren Seiten (unter mehreren Blickwinkeln) erfahren und so bewusst wie m\u00f6glich untersucht wird. &#8211; Dabei werden dann vielleicht diese verschiedenen Seiten f\u00fcr den Erfahrenden (als Beobachter) \u00e4u\u00dferlich ganz unterschiedlich erscheinen und trotzdem als &#8222;innen&#8220; zusammengeh\u00f6rig, ja sogar als Ganzheit wirken. Ich glaube deshalb, meine Erfahrungen dahingehend interpretieren zu d\u00fcrfen, dass dem Schicksal oft schon gen\u00fcge getan ist, wenn die schon erfahrenen und verstandenen verschiedenen Seiten einer Erfahrung bei einer folgenden \u00e4hnlichen Entscheidungssituation wirklich ber\u00fccksichtigt werden und dabei allen Beteiligten weitgehend klar ist, welche Folgen ein Wunsch, ein Plan oder eine Handlung <strong>bei ihnen allen<\/strong> jeweils haben w\u00fcrde, jedenfalls soweit sie davon mittelbar oder unmittelbar betroffen w\u00e4ren. Kurzum: dem Schicksal scheint es viel \u00f6fter um vollst\u00e4ndige und wahrhafte Akzeptanz (statt Leugnung) von Zusammenh\u00e4ngen und ehrlicher Auswertung von Erfahrungen zu gehen als um \u201e\u00e4u\u00dferliche Gerechtigkeit\u201c (z.B. in Form von Rache oder Strafe) oder gar um endlose sture Fortsetzung von Konflikten, aus denen nichts gelernt wurde. Meiner Meinung nach sollten wir aus dieser interessanten und wesentlichen Erkenntnis mehr Konsequenzen f\u00fcr unsere Rechtsprechung, unsere sozialen Umgangsweisen, aber auch f\u00fcr unsere politischen Entscheidungen ziehen. Bemerkenswerterweise gilt das alles nicht nur f\u00fcr \u201eFehler\u201c sondern auch f\u00fcr das, was wir \u201egro\u00dfe Erfolge\u201c oder \u201egro\u00dfes Gl\u00fcck\u201c nennen. Alles hat seine Kehrseiten, die immer zu einem \u201eErfahrungskomplex\u201c geh\u00f6ren und eigentlich <strong>in ihren ganzen Bez\u00fcgen<\/strong> entsprechende Beachtung erfordern. Die Einbeziehung von mehr (auch hintergr\u00fcndigen) Aspekten eines Erfahrungskomplexes z.B. im zwischenmenschlich-sozialen Bereich bei den Entscheidungsprozessen k\u00f6nnte dann unseren gelassenen, freundlichen Blick wieder mehr auf das Befinden unserer Mitmenschen und auf die eher leise Mitte bzw. Herkunft der Dinge und Ereignisse (auch in uns selbst) richten als auf deren extreme (bzw. laute) Auspr\u00e4gungen, \u2013 welche unseren angstvollen und deshalb sensationsl\u00fcsternen Gem\u00fctern so oft von den Medien als Spiegel unserer eigenen inneren Haltungen, also aus gutem Grund, pr\u00e4sentiert werden. Wir verweigern uns nur oft den angemessenen und vern\u00fcnftigen Schlussfolgerungen.\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>4. Die Widerspr\u00fcche dieser Welt und ihre Auswirkungen in und auf uns Menschen weisen nicht auf eine zerrissene Sch\u00f6pfung hin, sondern auf einen Mangel an Wahrnehmungs\u2013 und Integrationsverm\u00f6gen bei uns Menschen. Unsere Konzepte sind oft noch viel zu klein, vielleicht zu arm, sicher zu eng. Dass unser Denken und damit unsere Erfahrung der Welt so stark sequentiell\/historisch gepr\u00e4gt ist und wir trotzdem doch offensichtlich wenig oder nichts aus der Geschichte &#8211; weder individuell noch als Gesellschaft \u2013 gelernt haben, hat damit zu tun, dass so viele von uns nie den eigenen Blick zu einer gr\u00f6\u00dferen Schau auch auf die untergr\u00fcndigen Zusammenh\u00e4nge weiten wollten. Stattdessen k\u00e4mpfen sie mehr oder weniger m\u00fchsam (an der Oberfl\u00e4che jeder der drei sp\u00fcrbaren Ebenen) um das eigene \u00dcberleben, also nicht nur auf der materiellen, sondern auch und sogar \u00f6fter auf der emotionalen (akzeptieren und akzeptiert werden) und oft auch auf der geistigen Ebene (um&#8217;s grundlegende Verstehen) \u2013 ohne dabei aber auf das ganze integrierte Bild zu schauen. Das mag ja zweifellos legitim sein, f\u00fchrt dann aber nicht aus den ebenen-\u00fcbergreifenden &#8222;Teufelskreisen&#8220; (d.h. den paradox-gegens\u00e4tzlichen Interpretationen von Beobachtungen bzw. Erlebnissen) heraus, in denen wir als Individuen wie auch als gesellschaftliche Gruppen immer noch und immer wieder gefangen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Ich beobachte auch, dass ziemlich wenige Menschen gerade auch in den reichen L\u00e4ndern wirklich in Kategorien der F\u00fclle und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit denken, obwohl sie davon viel \u00f6fter umgeben sind, als ihnen bewusst ist bzw. sie dies wahr haben wollen. Und wenn sie doch begriffen haben, dass es ihnen gut geht, <strong>nehmen sie oft &#8211; ohne entsprechende Bereitschaft zum Geben<\/strong>. Deshalb k\u00f6nnen sie auch nicht loslassen, wo Selbstbeschr\u00e4nkung uns allen helfen w\u00fcrde, die notwendigen Gleichgewichte zu halten. Ich nehme mich \u00fcbrigens nicht aus und halte mich nicht f\u00fcr besser, jedoch auch nicht f\u00fcr schlechter als meine Mitmenschen. Gerade meiner eigenen Erfahrungen mit meinen ziemlich durchschnittlichen Hoffnungen und \u00c4ngsten wegen wei\u00df ich aber, wovon ich spreche: <strong>Die nachhaltige L\u00f6sung von Widerspr\u00fcchen ist regelm\u00e4\u00dfig nur dann m\u00f6glich, wenn alle beteiligten Seiten grunds\u00e4tzlich gleichwertig einbezogen werden und bereit sind, eigene Pl\u00e4ne zu \u00fcberdenken und die Pl\u00e4ne der \u201eGegenseite\u201c nicht zu verteufeln, sondern immer in ernst gemeinte Verhandlungen einzutreten und dabei so weit wie m\u00f6glich angstfrei an der eigenen Gro\u00dfz\u00fcgigkeit festzuhalten.<\/strong> Der dialektische Ansatz ist da im Prinzip hilfreich, die Frage ist, wie er umgesetzt wird. \u201eDie Wahrheit\u201c ist f\u00fcr uns Menschen eigentlich nie mit nur einer einzigen Sichtweise \/ einem einzigen Blickwinkel zu erreichen, ja oft noch nicht einmal zu ahnen. Au\u00dferdem erscheint uns Wahrheit, weil wir selbst durch und durch dynamische Wesen sind, weder in unserem Geist noch in der Au\u00dfenwelt als etwas Statisches! \u2013 Wir h\u00e4tten das nur gerne. Das gilt sowohl dann, wenn wir uns ihr als Einzelwesen wie auch, wenn wir uns ihr als ganze Gesellschaftssysteme bzw. als \u201ehistorische Zeitgeistcluster\u201c n\u00e4hern wollen. Stets werden sich nur immer wieder dynamische Teile der ganzen Wahrheit erkennen lassen! F\u00fcr mich hei\u00dft das: alle absoluten Anspr\u00fcche einer Sichtweise auf \u201edie Wahrheit\u201c, ob sozial, wirtschaftlich oder religi\u00f6s (oder beliebige andere Gebiete betreffend) sind stets und mit Recht relativierbar. Sie sind n\u00e4mlich immer sehr wesentlich auf die jeweilige(n) Gegenseite(n) im dynamischen, oft auch mehr oder weniger widerspr\u00fcchlichen Kontext bezogen und doch w\u00e4ren sie ohne diese Gegens\u00e4tze eigentlich &#8211; jedenfalls <strong>so<\/strong> &#8211; gar nicht richtig erkennbar. Denn wir  sammeln doch nur Erfahrungen und entwickeln uns, wenn wir die mit den verschiedenen Seiten eines Themas verbundenen Widerspr\u00fcche (meist sequentiell) durchschreiten. Aber mit einem solchen <strong>Meta-Bewusstsein im Hintergrund<\/strong> sollte ein Mensch mit gesundem Verstand doch zumindest f\u00fcr m\u00f6glich halten, dass die jeweilige \u201eGegenseite\u201c bei praktisch allen Konflikten, auch bei Widerspr\u00fcchen mit sehr heftigem Konfliktpotential, stets als <strong>prinzipiell<\/strong> gleichwertig zu der eigenen augenblicklichen Position anzusehen ist und geachtet werden sollte. Nur dann haben n\u00e4mlich beide Seiten keinen Grund, den eskalierten Konflikt schlie\u00dflich kriegerisch &#8211; wom\u00f6glich sogar mit t\u00f6dlichen Waffen &#8211; auszutragen &#8211; sondern dann k\u00f6nnten sie ihn im Sinne der leidenden Menschen und auch vor dem Urteil der Geschichte \u2013 mit gegenseitigen Zugest\u00e4ndnissen friedlich beenden.\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>6. Und zum Schluss noch ein paar Worte \u00fcber den Hass: Ab wo im Konflikt ist es Hass? &#8211; Da wo eigene L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge nur noch vorgeschoben und nicht wirklich ernst gemeint sind bzw. die bedingungslose Kapitulation der &#8222;Gegenseite&#8220; angestrebt wird, da wo kein gemeinsamer Weg mehr m\u00f6glich scheint, sondern die vollst\u00e4ndige Kapitulation des Gegners oder seine Vernichtung angestrebt wird. Da wirkt der Hass und er ist keine &#8222;einfache Emotion&#8220;, sondern eine (leider ziemlich weit verbreitete, dem Zeitgeist entsprechend) abgr\u00fcndige Krankheit. Ich m\u00f6chte das als Diagnose, nicht als Urteil verstanden wissen. Meist beginnt der Hass mit einigen kleinen Ablehnungen, dann folgen (meist beidereseits) erst subtile, danach deutlich sp\u00fcrbare \u00c4ngste. Man sollte das nicht verdr\u00e4ngen&#8230; sondern untersuchen, selbst untersuchen, genau untersuchen! &#8211; Die Angst macht alles eng (das sagt ja schon das Wort bzw. der Wortstamm: &#8222;ang&#8220;= &#8222;eng&#8220;). Also werden insbesondere die Blickwinkel enger und auch weniger und die Ablehnungen werden kompromissloser und alternativloser. Darauf reagiert die Umwelt\/Gegenseite nat\u00fcrlich &#8211; als Spiegel &#8211; und zeigt ebenfalls Ablehnung und Angst. Schlie\u00dflich glaubt jede(r), er\/sie sei nur noch umgeben von Verr\u00e4tern und Feinden. Klar, dass es alle Stufen dieser Eskalation gibt, aber keine von ihnen ist angenehm und alle haben negative Wirkungen auf den drei Ebenen: K\u00f6rper, Seele und Geist. &#8211; Wer klug ist, beobachtet und untersucht sich selbst immer mal wieder auf die Symptome &#8211; mutig ergebnisoffen und in regelm\u00e4\u00dfigen zeitlichen Abst\u00e4nden. Und wenn man sie bei sich entdeckt? Dann ist es richtig und hilfreich, vor allem tiefer in sich selbst nach liebevoller, freundlicher und fr\u00f6hlicher Entspannung zu suchen. Das erfordert an erster Stelle eine aktive und entschlossene Relativierung aller Bef\u00fcrchtungen und eine neue Einordnung der scheinbaren und echten Bedrohungen. Das ist dann f\u00fcr die meisten Kontrahenten erst mal schwierig &#8230; aber nur so steigt man (allem Zweifel zum Trotz) aus der Logik der Angst aus und dann kann man sich auch wieder an alte gute Erlebnisse erinnern, die das Leben ohne Angst und Hass zeig(t)en. Diese Wahrheit gibt bzw. gab es ja auch! &#8211; Und wenn man dann wieder ergebnisoffen verhandeln kann, ist das Schlimmste ausgestanden. Aber um der Klarheit willen: <strong>Die meisten Hassenden sind sich dessen nicht bewusst, dass es unm\u00f6glich ist, nur andere Menschen zu hassen. Das ist das wirklich Gef\u00e4hrliche am Hass: man hasst sich selbst immer auch mit(!) <\/strong>\u2013 ?warum? -weil das eine Eigenschaft des Hasses ist : er akzeptiert keine Grenze, nicht nach innen, nicht nach au\u00dfen! &#8230; und das bleibt eben nicht wirkungslos auch bei bei Gesundheit, Gl\u00fcck und Gelassenheit <strong>aller<\/strong> Beteiligten. Wer tats\u00e4chlich genau hinsieht, wird das erkennen. (Interessanterweise ist das bei der Liebe \u00e4hnlich. Sie kann ebenfalls grenz\u00fcberschreitend wirken, allerdings wird sie sich dabei stets sehr bem\u00fchen, niemanden und nichts zu verletzen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fccklicherweise existieren eine Reihe erfolgversprechender Techniken, die auch in vom Hass gepr\u00e4gten  Situation einen Heilungsweg \u00f6ffnen und unterst\u00fctzen. (Ich erw\u00e4hne hier nur beispielhaft die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, werde das aber nicht im Einzelnen ausf\u00fchren, dies scheint mir nicht der Ort daf\u00fcr&#8230;) Dass dieser oder jeder \u00e4hnliche Weg einen festen Willen und eine klare Entscheidung, aus dem Elend auszusteigen, voraussetzt, sollte man jedoch immer im Blick behalten bis man sich wieder weitgehend angstfrei und gesund f\u00fchlt. Man muss nur einen Weg suchen, der zur eigenen Lebenslage und Pers\u00f6nlichkeit passt, dann f\u00fchrt er auch sicherlich und sp\u00fcrbar Schritt f\u00fcr Schritt aus dem Abgrund&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Ein leider weit verbreiteter Irrtum, gerade auch in der Politik (auf vielen Ebenen) ist die Vorstellung, dass Mittel und Zweck unabh\u00e4ngig von einander seien oder dass der \u201eZweck die Mittel heiligen\u201c k\u00f6nne. Das ist beides definitiv falsch! 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