{"id":203,"date":"2025-12-18T10:59:00","date_gmt":"2025-12-18T10:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=203"},"modified":"2026-05-29T19:45:59","modified_gmt":"2026-05-29T19:45:59","slug":"humanitas-fuer-alle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=203","title":{"rendered":"Menschlichkeit&#8230;.."},"content":{"rendered":"\n<p>Viele Weise und Menschheitsf\u00fchrer aus aller Welt haben schon Hinweise und Gedanken zur &#8222;Menschlichkeit&#8220; hinterlassen. Aber die Erfahrung zeigt, dass wir Nachgeborenen dazu tendieren, uns \u00fcber diese \u00c4u\u00dferungen mehr zu streiten als sie dem Ernst der Lage angemessen zu beachten. Das erscheint mir angesichts der Allgemeing\u00fcltigkeit des Themas jedoch durchaus unangebracht und  deshalb will und kann ich im Folgenden weder eine einzelne Weltsicht noch eine bestimmte Religion einer anderen vorziehen, denn im Grunde haben alle Sichtweisen irgendetwas Wertvolles zum Verst\u00e4ndnis unserer Menschlichkeit beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u2013 was soll dies Wertvolle sein? Es gibt so viele Menschen, die nie erlebt oder v\u00f6llig vergessen haben, wie sich Gl\u00fcck anf\u00fchlt. Oder sie denken, dass sie nur gl\u00fccklich sein k\u00f6nnten, wenn sie \u00fcber soviel Macht oder Besitz oder \u00fcber irgendetwas anderes Wertvolles oder Gro\u00dfes verf\u00fcgen k\u00f6nnen, wie \u201edie Reichen\u201c oder \u201edie M\u00e4chtigen\u201c. Und solange das nicht so ist \u2013 entscheiden Sie sich, ungl\u00fccklich zu sein &#8230; und zu bleiben. Diese Entscheidung ist viel \u00f6fter, als sie selbst meinen, eigentlich ihre eigene und freie Entscheidung (denn sie denken sich ungl\u00fccklich &#8211; wieder und immer wieder!), weil sie glauben, dass das Schicksal sie unfair behandelt \u2013 oder sie aus unerfindlichen Gr\u00fcnden f\u00fcr irgendwelche alten Fehler oder Unzul\u00e4nglichkeiten bestrafen will. Denn das haben sie gelernt (und praktizieren es selbst): auf Fehler folgen Strafen. Weil aber trotzdem die Zusammenh\u00e4nge nebul\u00f6s und deshalb die wahren Gr\u00fcnde uneinsehbar bleiben, w\u00e4chst in ihnen der Trotz \u2013 nun gerade! \u201eGl\u00fcck \u2013 ha, was soll das sein!? Mit mir spielt doch das Schicksal b\u00f6se Spiele! Da kann\/muss ich eben b\u00f6se zur\u00fcckspielen!\u201c Und so haben sie angefangen, die Umwelt zu beschimpfen und alles, was Ihnen begegnet, negativ zu interpretieren oder zumindest der Bosheit zu verd\u00e4chtigen. Das universelle Gesetz, das sie nicht verstehen, hei\u00dft aber: \u201ewie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!\u201c oder \u201edie Art der Aufmerksamkeit bewirkt die Art der Manifestation!\u201c und das hei\u00dft : sie bauen so immer weiter an Ihrer \u00dcberzeugung des eigenen Ungl\u00fccks \u2013 kraftvoll und erfolgreich\u2026. &#8211; Das ist nun keine Beschimpfung meinerseits, ich will nur den Blick auf diesen Zusammenhang lenken! Die Art zu denken hat einfach immer sehr weitreichende Folgen bez\u00fcglich der Perzeption der Welt und unserer Erfahrungsbewertungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und den vielen Generationen vor uns? Erging es nicht anders. Und wenn es auch immer wieder weise und g\u00fctige Menschen gab, die das Gesetz verstanden hatten und nun versuchten, ihren Zeitgenossen und deren Nachkommen den Zusammenhang klar zu machen, waren Zorn und Trotz doch oft so viel st\u00e4rker.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Zoroaster, die Weisen der Veden-Zeit, ob Moses, der Buddha Shakyamuni, ob Jesus Christus oder Mohammed, aber auch Forscher und Denker wie Heraklit, Newton, Kant, Hegel, Freud, Jung,  Kopernikus oder Einstein \u2013 sie alle haben nicht nur ihre Zeitgenossen gemeint, sondern auch versucht, sp\u00e4ter Geborene, die hinh\u00f6ren wollten, mit ihrer Liebe und ihren tiefen Einsichten zu ber\u00fchren und zu unterst\u00fctzen. Sie haben zeitlose F\u00e4hrten gelegt und Hoffnungen geweckt und sind wieder gegangen &#8211; um uns Anderen unserer eigenen M\u00fche beim Verstehen der Hintergr\u00fcnde der Welt und unseres Innenlebens zu \u00fcberlassen. Dahinter steht die Einsicht, dass wir trotz vieler neuer vers\u00f6hnlicher und guter Ideen (und der daraus folgenden Gl\u00fccksgef\u00fchle) nur dann nachhaltig lernen, wenn wir uns nicht nur auf die geistigen Heroen der Menschheitsgeschichte verlassen, sondern uns alle selbst um Einsicht und Verst\u00e4ndnis bem\u00fchen (m\u00fcssen), inklusive aller Wirrungen und Irrungen, die uns auf diesem nicht immer einfachen Weg begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sollten wir auch die schrecklichen Erfahrungen der Menschheit nicht \u00fcbersehen\/vergessen\/verdr\u00e4ngen. Die gro\u00dfen Kriegsherren und Machthaber der Weltgeschichte (z.B. Alexander der Gro\u00dfe, C\u00e4sar, Hitler, Stalin, Idi Amin, aber auch in der letzten Zeit \u2026 Nixon, Trump oder Putin etc.) tragen nicht allein die Last der Verantwortung und Schuld. Damit will ich sagen, dass sie durchaus alle wichtige Pers\u00f6nlichkeiten waren bzw. sind, aber da waren und sind auch viele, sehr viele andere, \u00e4hnlich (wie sie) im Kleinen und im Gro\u00dfen denkende und wirkende Menschen \u2013 ohne so bekannte Namen, die ebenfalls eine mehr oder weniger bedeutende Rolle in der Geschichte der Bewusstwerdung der Menschheit spiel(t)en. Keiner von \u201eden Gro\u00dfen\u201c h\u00e4tte seine Wirkung entfalten k\u00f6nnen, wenn er nicht von vielen Zeitgenossen dabei unterst\u00fctzt worden w\u00e4re. Das ist eine sehr wesentliche Wahrheit und man kann das nur richtig einordnen, wenn man die Historie als Ganzes betrachtet und auch nicht gleich alles in \u201agut\u2018 und \u201ab\u00f6se\u2018 trennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewiss waren Propaganda, falsche Informationen, zornige oder herrschs\u00fcchtige Charakt\u00e9re und harte Forderungen und Bewertungen in allen F\u00e4llen mit im Spiel, aber immer wurden die vielen Eskalationen nur auf der Basis verbreiteter Irrt\u00fcmer, wirkender Propaganda und lebensgeschichtlich bedingter, konflikt-f\u00f6rdernder Sichtweisen auf die Welt bei den vielen anderen, ungenannten Mitmenschen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>So hat es auch Khalil Gibran in &#8222;Der Prophet&#8220; im Kapitel \u00fcber &#8222;Schuld und S\u00fchne&#8220; gesehen :<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<em>Doch sage ich Euch: Wie der Heilige und Gerechte nicht h\u00f6her steigen kann als das Heiligste, das in jedem von Euch wohnet, ebenso kann der B\u00f6se und Schwache nicht tiefer fallen, als das Niedrigste, das in Euch liegt. Und wie ein einzelnes Blatt nicht vergilbt, ohne das stumme Wissen des ganzen Baumes, so kann der \u00dcbelt\u00e4ter kein Unrecht tun, ohne den verborgenen Willen von Euch allen!<\/em>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Hintergrund sollte man nicht vergessen, wenn man zu einer einigerma\u00dfen fairen Einsch\u00e4tzung der Lage der Menschheit kommen will &#8230;.. und das macht \u2013 hoffentlich nicht nur mich &#8211; doch sehr nachdenklich \u2026. und motiviert noch genauer und nachhaltiger hinzu- schauen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchuld und S\u00fchne\u201c sind bei jedem Einzelnen von uns vor allem Werkzeuge des Erkennens der Wahrheit hinter der Fassade \u2013 und deshalb letztlich Werkzeuge des Gl\u00fccks und f\u00fchren schlie\u00dflich auch zum Gl\u00fcck. Doch (noch) nehmen so viele Menschen die Fassade f\u00fcr die ganze Wahrheit und damit beginnt immer das Elend : mit der heftigen Sehnsucht danach, geliebt zu werden &#8211; als ob Liebe etwas passives w\u00e4re \u2026. das ist das erste und grundlegende Missverst\u00e4ndnis! Gewiss macht es gl\u00fccklich, geliebt zu werden, aber dar\u00fcber darf man nicht vergessen, dass wir immer eigentlich zuerst (auch uns) selbst wahrhaft lieben m\u00fcssen, wenn wir geliebt werden wollen. Und wenn dann die Sehnsucht nicht gestillt wird, weil der eben erw\u00e4hnte Zusammenhang nicht verstanden wurde, dann <a href=\"#sdendnote1sym\" id=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a>w\u00e4chst das Bed\u00fcrfnis Schritt f\u00fcr Schritt zu einem heftigen und schlie\u00dflich krankhaften Verlangen &#8211; &#8218;wenigstens\u2018 nach Akzeptanz. Und wenn \u201enicht mal Akzeptanz\u201c erreicht wird, entsteht daraus oft und bald ein r\u00fccksichtsloses Begehren, das sogar in Hass umschlagen kann. Darin verbirgt sich dann vielleicht die Hoffnung, dass den ganzen Geschehnissen immer nur Intensit\u00e4t gefehlt haben \u2026. und der Hass diese Intensit\u00e4t freisetzen k\u00f6nnte. Doch sp\u00e4testens da ist die urspr\u00fcngliche Suche nach wahrer Liebe schon vergessen. Und aus der \u00fcbrig gebliebenen hohen Intensit\u00e4t wird ganz schnell grenz-verletzendes und dann manchmal sogar m\u00f6rderisches Handeln, das aber allen anderen schlie\u00dflich als \u201egerechter Krieg\u201c verkauft wird und (im Extremfall) nicht nur die Leben der Opfer, sondern auch die Menschlichkeit aller K\u00e4mpfenden zumindest bedrohen und schlie\u00dflich tats\u00e4chlich zerst\u00f6ren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen, die sich nicht geliebt f\u00fchlen, entwickeln also sehr oft Zweifel an ihrem (Selbst-) Wert. Und was sich dann schlie\u00dflich (ersatzweise) manifestiert, ist ein gravierender Irrtum: dass spezielle Begabungen, erworbene F\u00e4higkeiten, ererbte Vorteile oder gar Besitzt\u00fcmer etwas \u00fcber den Wert eines Menschen aussagen. Irgendwie ahnen sie ihren eigenen Wert ganz tief innen, aber dann denken sie, sie m\u00fcssten ihn \u201emessen\u201c &#8211; weil die Umwelt auch alles \u201emisst\u201c&#8230; Und so machen sie sich einen Glaubenssatz zu eigen, den sie schlie\u00dflich \u201emit Z\u00e4hnen und Klauen\u201c verteidigen : \u201eIch bin besser als Du!&#8220; bzw. &#8222;ich muss besser sein als Du!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dieser \u2013 v\u00f6llig unverantwortlichen und missverstandenen \u2013 \u00dcberzeugung speisen sie nun ihr Selbstwertgef\u00fchl und versuchen damit Dynamit an ihr Bewusstsein von der Wahrheit zu legen, dass <strong>alle<\/strong> menschlichen K\u00f6rper nackt, blutig und wehrlos aus dem Mutterbauch gepresst wurden und schlie\u00dflich genauso nackt und wehrlos im Feuer, in der Erde oder im Ozean vergehen werden. Entsprechend denken sie auch, dass Sprache, Kultur oder Glaube einen essentiellen Unterschied machen. Sie f\u00fchren Kriege und bewirken dass sich ganze V\u00f6lker aus dieser \u00dcberzeugung heraus gegenseitig morden und sie zerreissen selbst dabei das gr\u00f6\u00dfte Geschenk, das ihnen ihre Natur schenken wollte: die F\u00e4higkeit sich als Liebende zu erleben und wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist die immer wieder in der Geschichte der Menschheit erkennbare tragische Karriere des Elends und sie basiert auf einem Missverst\u00e4ndnis dessen, was uns wirklich zu wahrhaften MENSCHEN macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann das auch anders formulieren : wer die Fassade der Menschen als Einzel-Wesen ohne ihre Wurzeln im DU als Wahrheit akzeptiert, der wird den Weg, dessen Trittsteine &#8222;Tr\u00e4nen, Schmerz, Schuld und S\u00fchne&#8220; hei\u00dfen, nicht vermeiden k\u00f6nnen. \u2013 Und das eigentlich schreckliche daran ist nicht, dass es Irrt\u00fcmer, Konflikte, Verzweiflung und W\u00fcnsche nach Macht und Rache gibt, sondern dass wir dann oft verzweifelt und nicht selten sogar niedertr\u00e4chtig handeln, ohne bedenken und sehen zu wollen, welche tragischen Folgen daraus f\u00fcr unsere (nicht nur menschliche) Umwelt und damit auch f\u00fcr uns selbst ganz unvermeidlich entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn nicht so, wie denn dann?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, w\u00e4re es gerade anders herum nicht deutlich besser? Zuerst muss man verstehen, dass Liebe nicht &#8222;Begehren&#8220; ist, also nat\u00fcrlich auch nicht k\u00f6rperliches Begehren (!) und ebenfalls nicht Begehren nach Anerkennung, Achtung oder Freundschaft. Liebe ist vielmehr opferbereite Hingabe und die Bereitschaft, immer wieder (~7 mal 77 mal) zu verzeihen! Diese Verwechselung ist die Ursache endlosen Elends. Denn erst im losgelassenem Verlangen wird die (aktive) Liebe im eigenen Selbst wieder wirklich sp\u00fcrbar und im liebevollen Geben und im offenen Herzen leuchtet &#8211; irgendwann &#8211; pl\u00f6tzlich, unerwartet &#8211; und v\u00f6llig still ein tieferes Verstehen auf:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Liebhaber klopfte an die T\u00fcr zum Heim der Geliebten und sie fragte: \u201eWer klopft an?\u201c Er antwortete \u201eIch bin\u2019 s, dein Liebster!\u201c Aber wie er auch flehte und was er auch versprach, sie antwortete stets: \u201eIch kenne Dich nicht!\u201c und die T\u00fcr blieb verschlossen. Da ging er schlie\u00dflich in die W\u00fcste und begann \u00fcber <\/em><em>sein Erlebnis<\/em><em>zu meditieren. Nachdem er zur tiefen Ruhe gefunden hatte, kam ihm eine <\/em><em>Einsicht <\/em><em>und er ging wieder hin und klopfte und als sie fragte: \u201eWer klopft an?\u201c antwortete er: \u201eDu bist es!\u201c &#8211; da wurde ihm sogleich aufgetan\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind nicht so getrennt und vereinzelt, wie wir oft glauben oder f\u00fcrchten. Denn wenn wir wirklich hinschauen (wollen), k\u00f6nnen wir uns selbst &#8211; sogar h\u00e4ufiger und tiefer als im Spiegel &#8211; im Mitmenschen erkennen. Doch wird dies Verst\u00e4ndnis der Rolle von Fassade im Vordergrund und Wahrheit im Hintergrund immer wieder vom Schicksal getestet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei w\u00e4re es ein fataler Irrtum, wenn man sich auf Grund der gewonnenen Einsicht mit naiver Offenheit durch jeden b\u00f6swilligen Angriff verletzbar machen wollte. So ist dieser &#8218;Einheitsgedanke\u2019 nicht gemeint. Wesentlich ist vielmehr, sich auch in jeder Art von Verzweiflung oder Angriff von au\u00dfen stets das Wissen um diese tiefere Grundlage des menschlichen Miteinander-Lebens, dieser Verbindung hinter den Fassaden zu bewahren &#8211; sogar wenn man sich wehren muss, um selbst zu \u00fcberleben. Entscheidend ist dann, dass man ernsthaft versucht, immer so wenig &#8211; und nicht so viel &#8211; wie m\u00f6glich zu zerst\u00f6ren.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Weise und Menschheitsf\u00fchrer aus aller Welt haben schon Hinweise und Gedanken zur &#8222;Menschlichkeit&#8220; hinterlassen. Aber die Erfahrung zeigt, dass wir Nachgeborenen dazu tendieren, uns \u00fcber diese \u00c4u\u00dferungen mehr zu streiten als sie dem Ernst der Lage angemessen zu beachten. 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