{"id":252,"date":"2026-03-14T20:21:59","date_gmt":"2026-03-14T20:21:59","guid":{"rendered":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=252"},"modified":"2026-05-30T08:22:20","modified_gmt":"2026-05-30T08:22:20","slug":"was-bedeutet-es-ein-mensch-zu-sein","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=252","title":{"rendered":"Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?"},"content":{"rendered":"\n<p>Oder \u2013 noch deutlicher: was unterscheidet den Menschen vom Tier?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort ist ebenso einfach wie ersch\u00fctternd: Der Mensch erkennt sich im anderen Menschen \u2013 nicht etwa nur \u00e4u\u00dferlich: \u201eDu hast eine Form &#8211; wie ich!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Affe erlebt: \u201eWir geh\u00f6ren zum selben Stamm \/ zur selben Familie\u201c. Der Affe erkennt Habitus und Fellfarbe usw., aber er erkennt sich selbst nicht im anderen Affen, d.h. er sieht nur die \u00e4u\u00dfere Form und sein Instinkt l\u00e4sst ihn allenfalls als Anf\u00fchrer die Gruppe zu neuen Futterquellen f\u00fchren oder l\u00e4sst den weiblichen Affen m\u00fctterlich handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was macht den Menschen wahrhaft zum Menschen? Sicher weder Kraft noch Angst und gewiss auch nicht Macht oder Reichtum, daf\u00fcr gibt es viel zu viele schlagende Gegenbeispiele f\u00fcr unmenschlich entscheidende und handelnde \u201eMenschen\u201c mit diesen Eigenschaften, &#8222;Besitzst\u00e4nden,&#8220; bzw. F\u00e4higkeiten \u2026. Da muss man also weiter suchen : was macht den Menschen wirklich zum wahren Menschen? Wichtige Entscheidungen, gro\u00dfe Pl\u00e4ne, viel Einfluss? All das f\u00fchrt nur zur besseren \u201eAu\u00dfenweltbeherrschung\u201c, aber scheint kein grundlegender Evolutionschritt zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer schon erlebt hat, wie ein geliebter Spielkamerad von einem Dritten oder von einer ganzen \u201efeindlichen\u201c Gruppe geh\u00e4nselt oder sogar k\u00f6rperlich gequ\u00e4lt wurde und wem es dabei selbst sp\u00fcrbar (auch k\u00f6rperlich) schlecht ging &#8211; ohne dabei selbst direktes Ziel der Attacke zu sein, der war dabei an eine Ebene der Kommunikation angeschlossen, die m.M.n. nur wahren Menschen zug\u00e4nglich ist. Wir nennen diese Ebene: \u201eMitgef\u00fchl\u201c, aber ich denke, es ist noch weit mehr, es ist das Erleben wahrer Menschlichkeit \u2013 und schlie\u00dft die Erkenntnis ein, dass wir tief innen eigentlich alle verbunden sind und das auch wahrnehmen k\u00f6nnen, dass das keine Einbildung, sondern eine universell existente, aber subtile Kommunikationsebene ist. Diese Kommunikation verbindet alle Wahrnehmenden miteinander und bewirkt eine \u201eVerteilung der jeweiligen Erlebnisenergie\u201c, eigentlich an <strong>alle<\/strong> \u201eTeilnehmer\u201c \u2013 also auch an alle  gerade handelnden Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es mag sein, dass wir uns dieser Wahrnehmung verschlie\u00dfen, doch in Wahrheit tun wir uns auch immer selbst an, was wir Anderen antun. Aus meiner Perspektive macht uns erst diese Kommunikation zu wahren Menschen. Es versteht sich, dass sie v\u00f6llig unabh\u00e4ngig ist von \u00e4u\u00dferer Erscheinung, Hautfarbe, Herkunft, Sprache und Kultur. Wer sie bewusst erlebt, empfindet sie als wirklich revolution\u00e4r: &#8222;Ich bin essentiell Du!&#8220; Was diese Sichtweise ausl\u00f6st und wie tief ihre Wirkung reicht, \u00e4ndert tats\u00e4chlich nicht nur (,aber auch) die Grundlagen unserer Alltagsentscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist allerdings kein Zufall, dass ich diesen Hinweis aus der kindlichen Erlebniswelt gew\u00e4hlt habe \u2013 tats\u00e4chlich sind die Bez\u00fcge und Hintergr\u00fcnde dort oft noch nicht so vernebelt und die angstvollen und konfrontativen Haltungen so manifest, oft ge\u00fcbt und zugleich ins Unbewusste verdr\u00e4ngt, dass sie an der Oberfl\u00e4che des (jeweiligen) Bewusstseins nicht mehr richtig erkannt werden und auch gerade deshalb um so heftiger wirken k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kant\u2019sche Gedanke des kategorischen Imperativ\u2019s ist also durchaus entscheidend. Aber nicht nur: \u201eWas ich nicht will, dass man mir tu\u2019, das f\u00fcg\u2019 ich keinem Andern zu\u2026.\u201c sondern (tiefer er- und gegr\u00fcndet): \u201eWas ich Dir zuf\u00fcge, das f\u00fcge ich mir selbst zu!\u201c \u2013 nicht platt &#8222;mechanisch&#8220;, sondern dem, was ich wahrhaft bin\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der menschlichen Geistesgeschichte berichteten immer wieder aufmerksame Beobachter von dieser Einsicht. Das ist also weder historisch neu noch wirklich verborgen und geheimnisvoll, sondern uralt und auch in manchen alten Schriften (wie z.B. der Bhagavadgita und nat\u00fcrlich in der Bibel) erw\u00e4hnt, aber trotzdem wird diese pers\u00f6nliche Bewusstwerdung, dies eigene Erleben immer wieder als revolution\u00e4r erfahren. Und die aus der Einsicht folgende Haltung \u00e4ndert das ganze menschliche Zusammenleben und macht uns m.M..n. eigentlich erst in G\u00e4nze zu wahren Menschen, denn sie zeigt, was \u201emens(ch)\u201c(=lat. Verstand) wirklich meint: das Verst\u00e4ndnis einer tiefer gehenden Selbsterkenntnis und Verbundenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dahin kommen wir nur, wenn wir die Hoffnung in uns nicht loslassen, den Glauben an das sinnvolle Ziel und die eigene Entschlossenheit nicht verlieren und \u201eGott (die verbindende, liebevolle Energie) in den N\u00e4chsten lieben wie (in) uns selbst!\u201c &#8211; Denn mit der nie verlorenen Hoffnung k\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich unsere inneren Schw\u00e4chen besiegen, mit dem Glauben die Zweifel, und mit der Liebe sogar Angst und Hass. Dabei ist nicht entscheidend welche momentanen R\u00fcckmeldungen uns unser Erleben (oder ggf. Sterben) gerade gibt. Entscheidend ist, an diesen Dreien m\u00f6glichst unverr\u00fcckbar festzuhalten, komme, was wolle!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage damit nicht, dass all die kriegerischen, hassenden Zeitgenossen keine wahren Menschen sein k\u00f6nnten, ich sage nur, dass sie sich eben so kriegerisch und hassend dieser Resourcen in ihnen nicht hinreichend bewusst werden k\u00f6nnen und sich deshalb auch nicht vollst\u00e4ndig selbst erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also ist die erw\u00e4hnte Verbundenheit nicht j\u00e4mmerlich (und schon gar nicht kriegsl\u00fcstern), sondern erfordert und erm\u00f6glicht zugleich einen sehr beachtlichen stillen Mut zum friedlichen Miteinander, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom &#8222;Stand der Beziehungen&#8220;, Erlebnisgeschichte, Alter, Geburtsort, Geschlecht, sozialer Herkunft und Nationalit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich spielen dann auch alle Arten von Ur<strong>teilen<\/strong> tats\u00e4chlich keine Rolle mehr, denn da muss nichts zer<strong>teilt <\/strong>werden (z.B. in richtig und falsch<strong>),<\/strong> sondern die grundlegende Einheit wird wieder sp\u00fcrbar, die auf wahrem MENSchlichem (Sich-selbst-)Verstehen beruht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder \u2013 noch deutlicher: was unterscheidet den Menschen vom Tier? 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