{"id":265,"date":"2026-03-18T09:03:56","date_gmt":"2026-03-18T09:03:56","guid":{"rendered":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=265"},"modified":"2026-06-03T15:17:00","modified_gmt":"2026-06-03T15:17:00","slug":"innere-feinde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/humanitas4all.de\/?page_id=265","title":{"rendered":"Innere Feinde"},"content":{"rendered":"\n<p>sind alle Empfindungen und Emotionen, die uns das Leben innen \u201ezur H\u00f6lle machen\u201c: Wut, \u00c4rger, Gier, Neid und Eifersucht und endlose Trauer, aber auch Angst und Hass sind ihre Namen und sie wirken tats\u00e4chlich als innere Feinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der (negative) Unterschied in der Lebensqualit\u00e4t, falls auch nur einer von ihnen das Innenleben beherrscht, ist tats\u00e4chlich enorm, auch wenn sie alle die Illusion erzeugen k\u00f6nnen, dem sei nicht so. Meist behaupten sie, Protagonisten der \u201epers\u00f6nlichen Souver\u00e4nit\u00e4t\u201c zu sein, und doch sind sie \u2013 bei genauerem Hinsehen \u2013 deren Zerst\u00f6rer. Denn sie rei\u00dfen L\u00f6cher in die echte Gelassenheit bis hin zur schmerzlichen Zerst\u00f6rung der K\u00f6rpergesundheit und sind tats\u00e4chlich allesamt erkl\u00e4rte Feinde geduldiger Liebe und ruhiger Klarheit. Ich will im Folgenden versuchen, ihre wesentlichsten Eigenschaften kurz einzeln zu charakterisieren \u2013 damit man sie demaskieren und sich von ihnen auf gute und klare Weise fernhalten kann:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dc<\/strong><strong>ber die Wut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wut ist totaler oder doch sehr weitgehender Kontrollverlust bei irgendeiner (subjektiv) wichtigen Sache\/Angelegenheit. Dieser Verlust ist eigentlich zugleich Ursache und Folge des Disasters &#8211; und das rote Wesen der Wut. Man will einfach zerst\u00f6ren, was als so (zer-)st\u00f6rend wahrgenommen wurde. Die Wut tut so, als g\u00e4be es keine Hoffnung mehr und deshalb \u00e4u\u00dfert sie sich dann in innerer und \u00e4u\u00dferer Zerst\u00f6rungssehnsucht. Da fliegen wirklich die Fetzen\u2026. Was der Wut in den Weg ger\u00e4t, das wird entsprechend r\u00fccksichtslos attackiert. Aber wie kann man damit (richtig) umgehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wut kann man \u201ein den Griff bekommen\u201c, indem man wieder beginnt, ruhig(er) zu atmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einatmen \u2013 \u201eHeilentspannung\u201c \u2013 ausatmen \u2013 \u201eTiefentspannung\u201c \u2026. 21 mal hintereinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Das reicht oft schon, um sich immerhin aus ihr soweit \u201eherauszuholen\u201c, dass man sich den sachbezogenen Kern des \u00c4rgers wieder bewusst machen und den Bereich der heftigsten Zerst\u00f6rungssehnsucht verlassen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber den \u00c4rger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und mit dem \u00c4rger kann man arbeiten. Er hat in aller Regel durchaus handfeste Gr\u00fcnde, die man aber meist nur ganz richtig versteht, wenn man sie sachgerecht, also von allen Seiten und sorgf\u00e4ltig untersucht. Nur dann hat man (immerhin oft) die Chance, den \u00c4rger fruchtbar zu machen und aus ihm tats\u00e4chlich hilfreiche L\u00f6sungsans\u00e4tze zu destillieren. Doch ohne ehrlich vor sich selbst (und eventuell anderen Beteiligten) zu kl\u00e4ren \u2026. : \u201eWas genau ist, in welchem Kontext und weshalb so schief gegangen?\u201c wird das kaum funktionieren&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere, nicht zu untersch\u00e4tzende Gefahr mit dem \u00c4rger ist, dass man trotz einer ernst gemeinten Problemanalyse das Kind mit dem Bade aussch\u00fcttet, d.h. die L\u00f6sung \u00fcbersieht \u2013 bzw. zu schnell verwirft und die Ursache daf\u00fcr ist meistens, dass man den \u00c4rger nicht auf die Sachfrage eingrenzen konnte, die ihm in Wahrheit zugrunde lag \u2013 sondern Emotion!, Emotion die Oberhand beh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine echte L\u00f6sung setzt aber voraus, dass man die Analyse eben so lange fortsetzt bis der sachliche Kern des vorliegenden Problems tats\u00e4chlich erkannt ist \u2013 und einer L\u00f6sung zugef\u00fchrt werden kann. Und dabei wird auch deutlich werden, dass vor allem die verschiedenen Arten von sachbezogenen Verlusten bzw. Misserfolgen zum \u00c4rger f\u00fchrten. Wenn man aber weiter fragt, weshalb die Misserfolge und Verluste nicht einfach k\u00fchl analysiert und in erfolgreiche und befriedigende L\u00f6sungs-Handlungen transformiert werden konnten, dann wird (manchmal) die generalisierte, stark ins Negative abgerutschte Erlebnis-Interpretation erkennbar, die der Kern des \u00c4rgers ist. Das ist eine Frage des aufmerksamen \u201ehinschauens\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber die Gier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verluste und Misserfolge sind jedoch nat\u00fcrliche Teile bzw. Aspekte des Lebens. Immer nur Erfolge und Gewinne zu erleben, f\u00fchrt direkt in die gef\u00e4hrliche Illusion, das Leben k\u00f6nne und solle nur aus Gewinn und Erfolg bestehen und man k\u00f6nne ohne Verluste und Misserfolge den Sinn des Lebens erkennen und die richtige Haltung, n\u00e4mlich Gelassenheit in allen Lebenslagen, entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Verluste und Misserfolge nicht akzeptieren kann, ger\u00e4t (meist noch bevor sich der \u201ezugeh\u00f6rige\u201c \u00c4rger manifestiert) in den Griff der Gier oder befindet sich schon in ihren F\u00e4ngen : man kann nicht mehr innehalten, verliert den inneren Ruhepol und wird rastlos. Die Gier ist wie ein schrecklicher und unstillbarer Hunger, alles verschlingend, nie ges\u00e4ttigt &#8230; und das kann dann ebenso materielle wie immaterielle G\u00fcter und Erlebnisse betreffen. Welche fatalen Folgen die Gier in einem gr\u00f6\u00dferen Bezugsrahmen hat, k\u00f6nnen wir leicht am Klimawandel und seinen Ursachen ablesen. Menschliche Gier steht ganz offensichtlich dahinter und hat sich so zu einem der tats\u00e4chlich t\u00fcckischsten Feinde der Menschheit entwickelt: ein erkl\u00e4rter Feind der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Gelassenheit der Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber den Neid<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einer der wichtigsten Einstiegs\u201cpunkt\u201ce in die Gier ist der \u00fcber jede Grenze gewachsene Neid auf Erfolge (und\/oder Besitzt\u00fcmer) anderer Menschen\u2026.. Und dahinter steht erkennbar die Ideologie: \u201eMehr Besitz\/\u00e4u\u00dferer Erfolg macht mich zu einem besseren\/beliebteren Menschen!\u201c Diese Idee ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Unsinn, aber trotzdem weit verbreitet und \u00fcbrigens der Grund f\u00fcr sehr viele soziale Konflikte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen in aller Regel nicht \u2013 oder doch nicht genau und umfassend, was dem Gl\u00fcck und Erfolg anderer Menschen wirklich zugrunde liegt, aber wir beobachten, untersuchen und verd\u00e4chtigen dann manche Aspekte und Umst\u00e4nde und so kommt der Neid zu uns und fl\u00fcstert von ungerechter Bevorzugung und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigem Gl\u00fcck und sofort \u2026. wollen wir das gleiche Gl\u00fcck, denselben Besitz oder dieselbe Macht genie\u00dfen \u2013 ohne jedoch dieselben Voraussetzungen zu bieten. Und ist das Schicksal nicht willig, dann drohen wir schnell damit, unser Herz zu verschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte da sehr genau hinschauen: ist es wirklich Neid? Dessen \u201eWahrheit\u201c ist die Angst, (vom Schicksal) ungerecht behandelt worden zu sein. Und dies M\u00e4ntelchen der \u201eUngerechtigkeit\u201c h\u00e4ngt er sich dann auch allzu gerne als \u201ebl\u00fctenreine Legitimation\u201c um. Es gibt aber ein sehr zuverl\u00e4ssiges Kriterium, wie sich Neid und wahre Ungerechtigkeit sauber von einander trennen lassen: Wenn ein Widerwille gegen die scheinbar oder wirklich bevorzugte Person oder Gruppe zu sp\u00fcren ist, dann ist meist Neid im Spiel. \u201eIch mag mit dieser Person (resp. mit diesem Kreis vom Mitmenschen) lieber keinen Kontakt (mehr) haben!\u201c \u2013 zeigt, dass man den Bereich zwischenmenschlicher Liebe wegen \u201eungerechter\u201c Bevorzugung Anderer verlassen will \u2013 anstatt sich am Gl\u00fcck der Mitmenschen zu freuen. Diese Freude relativiert ganz nat\u00fcrlich und still das &#8222;Ungerechtigkeits-Gef\u00fchl&#8220;. Wo aber der Neid wirkt, wird kaum jemand diese tief empfundene Ablehnung (auch nicht vor sich selbst) zugeben, doch wo sie auch nur ansatzweise und untergr\u00fcndig sp\u00fcrbar ist, da ist also offenbar Neid im Spiel. Denn der Neid erlebt sich immer als allein und verarmt, auch falls das objektiv keineswegs zutrifft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber die Eifersucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft!\u201c \u2013 sagte meine Mutter zuweilen \u2013 und sie hatte damit sicher recht. Denn Eifersucht l\u00e4sst uns keine Ruhe, l\u00e4sst uns nicht schlafen, zerst\u00f6rt das Lachen und den Humor. Eifersucht ist deutlich weniger sachbezogen als der Neid, aber daf\u00fcr umso kraftvoller auf Zuwendung und Freundschaft zwischen den Menschen gerichtet. Insbesondere Liebe und\/oder gegenseitige Anerkennung in der sozialen Umgebung sind dem Eifers\u00fcchtigen unertr\u00e4glich, haupts\u00e4chlich, weil er sich selbst als ausgeschlossen und\/oder weniger wertgesch\u00e4tzt erlebt. Dabei ist unerheblich, ob er tats\u00e4chlich ausgeschlossen oder kritisiert wurde, Das wahre Problem ist ein schrecklicher Mangel an gesundem Selbstbewusstsein. Aber ohne gesundes Selbstbewusstsein kann man den damit verbundenen inneren Ruhepol nicht mehr halten bzw. erleben und wird unsicher und hektisch. Klar, dass das die Anderen sp\u00fcren und entsprechend ablehnend reagieren, was dann als sich selbst best\u00e4tigende \u201eProphezeiung\u201c wirkt\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mensch im Griff der Eifersucht ist deshalb dauernd ungl\u00fccklich und sehr weitgehend oder sogar total abh\u00e4ngig von fremder Zuwendung. Die L\u00f6sung dieser Art von Problem ist im Grunde ebenso einfach wie beim Neid und kann in der praktischen Umsetzung trotzdem als enorm schwierig erlebt werden: aktiv und ohne Angst Liebe und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit investieren, ohne Lohn und\/oder Best\u00e4tigung zu erwarten. Aber gerade das f\u00e4llt beiden richtig schwer, dem Neidischen und dem Eifers\u00fcchtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welch eine innere H\u00f6lle! Und man kann ihr nur entkommen, indem man wieder ganz zu sich selbst, zu dem eigenen liebevollen Kern und seiner wahren Gelassenheit zur\u00fcck findet. Zu diesem Ziel gibt es mehrere Wege, aber heitere Gro\u00dfz\u00fcgigkeit ist sicherlich eine der wichtigsten Komponenten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber unm\u00e4\u00dfige Trauer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn man untersucht, wie das ganze Elend angefangen hat, dann stellt sich oft heraus, dass unverarbeitete Trauer \u00fcber schwer ertr\u00e4gliche Verluste zugrunde lag. Auch wurde diese Trauer \u00fcberdies viel zu pers\u00f6nlich genommen. Man hat erlaubt, dass sie einem die Kehle zuschn\u00fcrt und der Welt das Licht nimmt. Nichts ist mehr, wie es war. Frohsinn und Humor sind &#8222;Fremdw\u00f6rter&#8220; geworden, die mit dem eigenen Erleben nichts (mehr) zu tun haben. Dass diese Sch\u00f6pfung als grandiose Freude und witzige Ideenvielfalt, durchzogen von unglaublicher Dramatik, aber auch wahrer Gr\u00f6\u00dfe und G\u00fcte erlebt werden kann, all dies ist einfach in den Tr\u00e4nen ersoffen und im Frust erstickt. Und wie bei allen negativen Fixierungen steht dahinter die Angst: eine Enge im Denken und Empfinden, die L\u00f6sungen verhindert und echte Auswege verschlie\u00dft. Dabei m\u00fcsste man sich nur dr\u00fcber im klaren sein, dass man nicht ein Blatt im Herbstwind, sondern <strong>im Kern<\/strong> ein selbstleuchtender Teil Gottes ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man all die erw\u00e4hnten negativen Empfindungen auf Gemeinsamkeiten untersucht, kann man leicht erkennen, dass in ihnen allen etwas sp\u00fcrbar wird, das letztlich als Angst, wenn auch in unterschiedlicher Gestalt, verstanden werden kann. Da ist wenig offene und begeisterte Lebensfreude und der damit verbundene Lebensmut sp\u00fcrbar. Dieser gemeinsame Hintergrund aller inneren Feinde ist wesentlich und zeigt zugleich eine M\u00f6glichkeit auf, unabh\u00e4ngig von der einzelnen Empfindung, eine (allgemeinere) L\u00f6sungsstrategie zu w\u00e4hlen : \u201emutig zu Liebe und Freude zur\u00fcckkehren\u201c, wo immer m\u00f6glich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und das w\u00e4re dann keine oberfl\u00e4chliche \u201ePatent-L\u00f6sung\u201c, falls man wirklich verstanden hat, in welche Art von Krankheit man gerutscht ist und wie die Medizin wirkt bzw. wirken k\u00f6nnte. Wie das im einzelnen Fall verwirklicht werden kann, h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von der individuellen Lebenssituation, von den Vorerfahrungen, vom Charakter und der eigenen Entschlossenheit ab : doch allein schon der Gedanke an Sch\u00f6nheit und Weite, an die Liebe in der und zur ganzen Sch\u00f6pfung demaskiert die inneren Feinde und l\u00e4sst nicht zu, dass man hilflos in Hass bzw. Selbsthass versinkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>sind alle Empfindungen und Emotionen, die uns das Leben innen \u201ezur H\u00f6lle machen\u201c: Wut, \u00c4rger, Gier, Neid und Eifersucht und endlose Trauer, aber auch Angst und Hass sind ihre Namen und sie wirken tats\u00e4chlich als innere Feinde. 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