– ein Versuch, die Lage in wenigen Worten zu adressieren…
Es mag sein, dass man sie nicht direkt und vollständig miteinander vergleichen kann; Hitler, Stalin, Putin, Assad, Erdogan und jetzt möglicherweise Trump : sie alle zeig(t)en aber trotz der verschiedenen Orte und Zeiten ihres Wirkens einige durchaus wesentliche Ähnlichkeiten ihrer Amtsführung und sind bzw. waren ungeachtet aller Machtfülle sicherlich innen auch nicht annähernd friedvolle Menschen.
Trotzdem sind sie alle in ihren Rollen als Schrecken für viele ihrer Zeitgenossen sehr aktiv (gewesen) – wie ist das möglich? Nun, man könnte meinen, dass sie sich selbst nicht recht verstanden, die Rollen, die sie spiel(t)en, nicht wirklich erkannt haben, sondern all das Elend, das sie für viele andere Menschen bewirk(t)en, erfolgreich aus dem Tagesbewusstsein verdräng(t)en. Aber wäre es nicht auch möglich, dass vielmehr wir anderen die Bedeutung dieser Menschen nicht richtig einschätzen?
Ich möchte also das Thema von einer etwas ungewohnten Seite her beleuchten : diese Despoten haben möglicherweise alle eine ähnliche historische Aufgabe, nämlich uns anderen einen im ursprünglichen Sinn des Wortes: provokativen Spiegel vorzuhalten! Sie schaffen die Gelegenheiten, in denen wir anderen erkennen können, was latent in uns steckt, wohin wir tendieren. Und das wäre tatsächlich eine wichtige Aufgabe! Denn nennenswert viele von uns sind – von Angst und der daraus entstandenen Aggression getrieben – bereit, selbst die eigene, sogar schon erlebte Freiheit abzuwählen und auf Grundrechte zu verzichten, nur um sie anderen auch absprechen zu können, oder – in einem weiteren (inneren) Eskalationsschritt selbst Macht um der Macht willen anzustreben. Das kann dann sogar so weit führen, dass die Menschenrechte „großflächig“, d.h. von sehr vielen Menschen, aktiv gebrochen werden (wie z.B. beim Genozid an den Tutsi in Ruanda 1994).
Dass „so etwas bei uns unmöglich“ wäre, könnten wir erst dann behaupten, wenn wir mehrheitlich unsere latente Bereitschaft, schnell und hart zu verurteilen und hochaggressiv zu reagieren, tatsächlich überwunden hätten! Doch schon allein die Angst vor Terror, vor wirklichen oder suggerierten Feinden, vor Verarmung etc. bewirkt auch heute noch – trotz all der bekannten historischen zwischenmenschlichen Katastrophen – bei vielen Mitmenschen, und zwar wohl fast überall auf dem Planeten, dass sie statt Recht, Fairness und Selbstbescheidung lieber das Unrecht wählen – von der zugrundeliegenden Engherzigkeit und Lieblosigkeit ganz zu schweigen. Deutlich wird das auch daran, dass alle genannten Führer und Präsidenten oft lange bevor sie so viel diktatorische Macht anhäufen konnten, eindeutig zeigten, wes Geistes Kind sie sind bzw. waren – und trotzdem, teilweise sogar immer wieder gewählt wurden und zwar oft mit nennenswerten Mehrheiten….
Offenbar haben sehr viele Mitmenschen weder bewusst erlebt noch auch nur grundlegend verstanden, dass gerade die verfassungsbasierten Rechte und Freiheiten uns alle am besten vor einem sehr großen Teil unserer schlimmsten Ängste schützen. Und so – wähl(t)en sie selbst ihre eigene Unterdrückung (s. Wahlverhalten 1933 in Deutschland, aber auch heute in Russland oder der Türkei und in den USA) – weil markige Worte und unterdrückende Haltungen und Taten der Kandidaten bzw. Machthaber nicht in den notwendenden Zusammenhang gebracht werden.
Diese fatale Wahl wird dann – ohne die Folgen zu Ende zu denken – vor sich selbst mit der eigenen unerträglichen Angst gerechtfertigt! – Aber weder der innere Handel noch das äußere Versprechen : „Wenn Ihr der polizeistaatlichen Unterdrückung der verfassungsmäßigen bürgerlichen Freiheiten oder sogar dem Genozid einer ganzen Volksgruppe (Juden, Armenier, Tutsi etc.) zustimmt, geben wir Euch im Tausch dagegen die Befreiung von der Angst“ – funktionieren wirklich, sondern führen nur unausweichlich ins Verderben – und zwar nicht nur für die Opfer! Dafür gibt es leider viel mehr historische Belege als uns lieb sein kann.
So gesehen waren beispielsweise Hitler oder auch Idi Amin nicht die einzigartigen Teufel, als die sie immer wieder (miß-)verstanden und hingestellt werden – und alle anderen wären etwa nur unschuldige Opfer gewesen…. Keiner aus der ganzen Despoten-Riege konnte und kann seine Haltungen, Befehle und Taten ohne die Zustimmung und ausführende Hilfe sehr vieler anderer Menschen wirksam werden lassen. Das sollten wir anderen uns endlich klar machen!
Die Wahrheit ist : die Despoten sind tatsächlich Repräsentatnten des angstvoll-despotischen Denkens vieler Bürger in den jeweiligen Staaten, die damals wie heute lieber das Elend der Unterdrückung statt des Erkennens ihrer eigenen inneren und staatsbürgerlichen Freiheit wähl(t)en und die auch heute noch wegsehen würden, wenn der „Staatsschutz“ (bestehend aus willfährigen Parteigängern des jeweiligen Despoten und gewissenlosen Bürokraten) die jüdischen (oder beliebige andere ausgegrenzte) Mitbürger in die Gefängnisse, Todeslager oder auch „nur“ zur Abschiebung in die lebensbedrohliche „Heimat“ etc. abholen würde. Und wenn sich nicht mehr ganz verdrängen lässt, was wirklich geschieht, so weht durch die Hirne immerhin ein : „Wie gut, dass es die Anderen und nicht mich traf!“ oder (besonders bedrückend für den Zuschauer :)„… sie haben ja doch nichts anderes verdient!“
Aber damit denken viele dieser Menschen ihre eigene Verurteilung! Denn diese innere Haltung hat doch noch viel weiter reichende Konsequenzen. … Weshalb gibt es denn so viel Diabetes und Krebs, MS und Aids? Wie tief sind Hass, Selbsthass, Enge, ja Starre in unser Denken und Fühlen und damit auch in die energetische Versorgung und in die Abwehrmechanismen unserer Körpergewebe eingedrungen und manifestieren sich dort ganz entsprechend als Volkskrankheiten resp. Seuchen? Sie, verehrte(r) LeserIn, glauben nicht an diese Zusammenhänge? Aber sie existieren – und wirken, weil die körperlichen und seelischen Zustände ganz natürlich miteinander verbunden sind. Letztlich kommt es zu diesen Krankheiten, weil wir erst uns selbst (und damit auch unsere Körper) und dann auch die mitmenschlichen Schwestern und Brüder nicht hinreichend erkennen und akzeptieren. Zum richtigen Erkennen und Akzeptieren würde übrigens auch gehören, dass wir unsere eigenen und die „fremden“ Potentiale recht wahrnehmen und verwirklichen.
Und unser wesentlichstes Potential? – Ist die Entwicklung und Bewusstwerdung von (in etwa gleichverteilter) wahrer Liebe zu uns selbst, zur mitmenschlichen Umwelt wie auch zum „Ganzen“. Mit „Liebe“ sind natürlich weder Egoismus noch körperliche Anziehung gemeint. Wer sich ernsthaft mit dem Liebesbegriff befasst, merkt schnell, dass der auch weit über bloßes „Gernhaben“ und gewiss über den so hoch gelobten Sex hinaus reicht, dass erst richtig verstandene Liebe uns zu ganzen Menschen macht.
Sobald jemand das erkannt hat und umzusetzen beginnt, hört er auf, der eigenen Unterdrückung aus lauter Angst zuzustimmen. Liebe macht uns friedlich und mutig und führt uns dadurch in eine echte Selbstakzeptanz. Wahrhaft liebende Menschen sind weder oberflächlich-hysterische oder irgend etwas lügnerisch vortäuschende „Gutmenschen“ (welch verrücktes Wort!), noch brauchen sie machtgeile Volkstribune um sich vertreten zu lassen – sondern sie sind bewusste, wache und verantwortungs-bereite Bürger, die nachhaltig stabile, nach allen Seiten hin interessierte, offene und in ihrer Essenz friedliche, im Konfliktfall deeskalierende Demokratien aufbauen und am Leben halten.
Eigentlich können wir uns Mittelmaß an entscheidenden Stellen unseres Gemeinwesens in der immer komplexer werdenden Welt nicht leisten. Aber wir sollten die Leute dort, wo sie uns als Mittelmaß aufgefallen sind, nicht entpflichten und beruflich „abmurksen“. Auch wenn Ehrgeiz und Vitamin B oder andere spezielle Förderungen eine Rolle gespielt haben, selbst wenn Fehler gemacht wurden, es sind doch immer Mitmenschen.
Wir sollten vielmehr dafür sorgen, dass die Leute aufwachen und mit ihren oft durchaus vorhandenen Fähigkeiten und Begabungen tatsächlich etwas für die Gemeinschaft tun. Jedem kleinen Dieb werden soziale Arbeitsstunden aufgebrummt, damit er anfängt nachzudenken. Warum bringen wir den Mächtigen und ihren Helfern nicht endlich bei, was wir wirklich brauchen? Aber wir lassen uns von Versprechungen einlullen und meinen, dass Mißwirtschaft (Schulden im großen Stil, Aufrüstung etc.) den wünschenswerten Fortschritt darstellt. Warum werden denn immer wieder die gleichen Parteien und die austauschbaren Köpfe gewählt? Wir selbst wollen doch keine grundlegenden Änderungen, nicht mal ansatzweise. Wir lassen Gesetze zu, die zur Verarmung großer Teile unserer Gesellschaft führen, wir arbeiten und schlafen, essen und vögeln, aber von Politik wollen wir nichts wissen – wem überlassen wir denn diesen Teil des gemeinschaftlichen Lebens? Den (relativ wenigen) Leuten mit Machthunger und Raubtierinstinkt!
Aber tatsächlich brauchen wir in den Entscheidungsgremien Menschen, die verantwortlich und kompetent im Sinne der Gemeinschaft handeln. Dazu müssten die Leute gezielt und bewusst ausgebildet werden und schließlich auch wirklich qualifiziert sein. Wir brauchen eine andere und wesentlich bessere Politikerausbildung. Verwaltungsfachleute? Sollten nicht die Entscheider sein, sondern den Entscheidern zuarbeiten. Entscheiden sollten Leute mit viel Lebenserfahrung, mit klarem Verstand (gutem Verstehen) und einem gesunden Gefühlsleben, also mit Humor und Lebensfreude, aber vor allem Leute, die verinnerlicht haben, dass sie beauftragt wurden der Gemeinschaft zu dienen, jedoch nicht, sie zu beherrschen.
